Der Flautstein

Inzwischen gehört er schon zum Alltagsbild, der "Flautstein" am Tiergehege Westerhausen

Der Flautstein

Die Steine um Westerhausen. Dieses ist der Flautstein. Die Flaut (der Weg) (niederdeutsch für „Flut“) wurde bei einem starken Regen um 1795 und ein weitere Mal 1899 tief ausgespült. Damals war diese Region wenig bewaldet. Die Flutrinne zog von Süden her quer durch den heutigen Wald und legte genau hier einen alten Siedlungsplatz mit vielen Urnengräbern frei, der erst 1986 per Grabungen komplett geborgen wurde. Viele Funde sind heute im Landesarchiv Halle. Wir durften einige hübschesten bei uns in unserem Heimatmuseum ausstellen. In der Flaut-Senke wurde ein Weg angelegt. Die großen Steine blieben rechts und links des Weges liegen. Die Äcker im Westen wurden zu Wohngrundstücken und im Osten war ein Tiergehege entstanden. Nach dem letzten Umbau des Tiergeheges mit dem vorderen Eingang haben wir diese großen Steine mit Hilfe eines Landwirtes dort platziert. Sie sollen heute an die alte Siedlung an dieser Stelle und den Sinn der Kuckucksklippe als Landmarke erinnern.

Der Flautstein wurde direkt hier an der Seite gefunden, an der "Flaut". Dieser Weg wurde bei einem Unwetter 1790 so tief ausgespült. Damals existierte hier kein Wald. Man fand danach bei den Aufräumarbeiten damals viele vorzeitliche Keramikscherben, Knochen und Keramik-Urnen. Auch später fand man solche Sachen bei der Feldbestellung und in den umliegenden Gärten.  Als die Siedlungsfläche gegenüber um die Turnhalle um 1980 bebaut werden sollte, fand man auf der gesamten Fläche bei archäologischen Grabungen über 100 Siedlungsgruben und Nachweise von Wohnbesiedlungen und Feuerstellen. Ein Teil der Funde ist noch im Heimatmuseum in Westerhausen zu sehen. Der Großteil wurde im Landesarchiv in Halle archiviert und wird dort ausgewertete. Unter dem Gelände des Reitplatzes, vor der dortigen "Schulzenklippe" (heutiger Agnetenberg), fand man ebenfalls eine sehr große Bestattungsfläche mit vielen Hausurnen.