Der Lästerberg

Der Lästerberg, von der Nordseite aus gesehen

Der Lästerberg

Der Lästerberg ist ein längerer Rücken, den jeder sieht, der auf der Straße nach Blankenburg fährt. Er liegt dort auf der nördlichen Seite und ist jetzt auch mit Kiefern bewachsen. Seinen Namen hat er von der Keilform (Leste bedeutet im nordischen = Keil), auch der Schuster verwendet einen Leisten, einen Keil! Der Berg ist im Osten steil und verläuft nach Westen hin flach aus. Die Südseite ist von vielen Gruben bedeckt. In alten Karten ist er als „Gemeindlichen Stein- und Sandgrube“ bezeichnet. Nach meiner groben Aufrechnung hat man dafür mehrere tausend Kubikmeter dieser Steine dort gesammelt. Diese Steine enthalten Mangan, je dunkler ein Stein ist, umso mehr enthält er davon. Diese wurden von unseren Altvorderen speziell als Erz geschmolzen und lieferten gut schmiedbares Eisen. Nach 1945 wurden auf der gesamten Nordseite für die hier zugezogenen Flüchtlinge Terrassengärten angelegt, diese Gärten sind inzwischen ungenutzt und alle bereits wieder verschlissen. Sie werden heute als „Streuobstwiesen“ für den Naturschutz gepflegt. Dort am Berg wurden einst extrem schwere, quarzhaltige Steine, „Raseneisenstein“ abgebaut. Diese sind sehr fest und langlebig und wurden im Ort „Lästerberger Steine“ genannt. Sie wurden in den Mauern für Stall und Scheune und als Grundmauern und für Kellerwände eingesetzt. Größere Platten wurden als Stufen oder Fensterstürze genutzt. Die größten verwendete man als  Brückensteine über den Bach im Dorfe, z.B. der „Breite Stein“ am Junkernhof. Diese Brücke wurde um 1935 erste modernisiert. Anders als in einem Roman behauptet wird, hat auf dem Berg nie ein Galgen gestanden. Vom Osten dieses Berges aus kann man am 21. Juni den Sonnenaufgang über dem Königstein wunderbar sehen. Heute sind auf der Ost- und Südseite mehrere private Gärten mit Lauben angelegt und der Winzer Kirmann hat im Südwesten ebenfalls einen neuen, kleinen Weinberg platziert. Auf der Nordseite wartet eine neue Sitzbank auf Wanderer, die hier die Aussicht genießen möchten.

Die Ackerfläche östlich des Langenberges wird schon seit ewigen Zeiten „Heiliges Land“ genannt, hatte aber nichts mit der Kirche zu tun. Auf dieser Fläche konnte man die Sommersonnenwende mit vielen Menschen feiern, ohne dazu auf den Königstein zu klettern. Man konnte so das Schauspiel gefahrlos genießen und feiern.