Die "Pfennighöhle" bei Halberstadt

 

Als "Pfennighöhle" wird eine kurzer Stollen in einem bestimmten Hügel in den Spiegelsbergen bezeichnet. Das Objekt liegt nur wenige 100 m neben dem Tierpark und ist kaum bekannt. Der Hügel ist eindeutig von Menschen bearbeitet. Er ist gleichmäßig oval und oben eingeebnet. Ein schmaler Weg führt über die Fläche. Etwa 2 m unter der Hügeloberfläche ist ein etwa 20 m langer, abgewinkelter Stollen mit Eingang und Ausgang  geschlagen . Um den Hügel herum existieren im Abstand von wenigen 100 m noch weitere Höhlen, die heute als "Schäferhöhlen" angesehen werden. Möglicherweise wurden sie aber im Zusammenhang mit dieser ersten genutzt. Die Schäfer haben diese später sicher als willkommenen Wetterschutz angesehen.

 

 

Die Höhle ist bekannt, sie hat ja auch ihren Namen, aber keiner kann sie deuten. Im unter dem Hügel verlaufenden Gang wurden einst kleine, alte Münzen gefunden, -Pfennige! Waren das eventuell kleine Opfergaben, die dort einst abgelegte wurden? In unserer kleinen Forschungs - Gruppe sind wir uns einig, es kann sich eigentlich nur um eine Initiationshöhle handeln, so etwas wie ein vorzeitlicher Weiheort für Jugendliche. Auf jeden Fall liegt dieses Objekt außerhalb des Bereiches, den der Freiherr von Spiegel für die Stadt Halberstadt und ihre Bürger um 1770 neu gestaltete.

Anders sieht es allerdings mit einigen anderen Objekten aus, wie z. B. dem Belvedere-Turm und der Eremitage-Höhle auf der nordwestlichen Seite des betreffenden Geländes.

 

In den Vogesen bei Saverne existiert nach meiner Kenntnis die einzige vergleichbare Anlage mit ähnlichem Aufbau und Maßen hier in Mitteleuropa. Diese Anlage dort wird zumindest den Kelten zugeschrieben. Bei der Christianisierung wurde dort ganz in der Nähe eine Kapelle des heiligen Michael, des ältesten und stärksten Schutzheiligen gebaut und der Steinring als Treffpunkt der Hexen bezeichnet. So ist das Objekt heute der Hexenring bei St. Michel, Saverne bekannt.