01 Startseite 02 Westerhausen 02a Westerhausen in Fotos 03 Heimatmuseum 03 a De Zippelburn 04 Naturschutz 05 Veranstaltungsplan 05a Veranstaltungen 2011 05b Museumstag 2011 06 Wasser u. Mühlen 06 a Änder. d. Bachlaufes 07 Berge und Steine 08 Heimatblätter 09 Weg der Steine 09 a Werksteinabbau 10 Lehrpfad 11 Mundart 11 Mundart 2 11 Mundart 3 12 Kirchturmspitzen 13 Der Königstein  13a Königstein ist frei  14 Rückblick 1050 Jahr-Feier 15 Exkursionen 16 Wissen Sie - Kolonisten?  17 Wissen Sie - Berge? 18 Wissen Sie - Brunnen? 19 Wissen Sie - Eisenbahn? 20 Wissen Sie - Wald? 21 Sagen und Geschichten 22 Gäste- Buch und - Zähler  Impressum / Kontakte 21 Weg der Steine - Fotos 

03 a De Zippelburn

Weshalb sagt man: "Westerhäuser Zippelburn"?:Vor etwa 50 - 70 Jahren, als die Struktur bei uns im Dorf noch voll durch die Landwirtschaft und den Gemüsebau geprägt war, wurden Gemüse, wie Radis, Blumenkohl und die Zwiebeln und vieles andere angebaut. Das Land für die Saatgemüse, wie Radischen und Zwiebeln wurde dazu speziell bearbeitet. Nach dem Graben und Harken wurde es leicht angedrückt mit einer Gartenwalze, oder einfacher, es wurde mit den Gartenschuhen im Schleppschritt leicht festgetreten und nochmals geharkt, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Dann wurde das Saatgut mit einer Drillmaschine oder frei Hand in die gezogenen Reihen gedrillt. Nachfolgend wurde wieder im Schleppschritt leicht festgetreten und nochmals ganz flach in Richtung der Drillreihen geharkt.Die Hausgärten hatten etwa eine Größe zwichen 10 bis 25 ar, die einzelnen Beete konnten schon ganz schön groß sein. Es sah für außenstehende Personen sicher eigenartig aus, wenn dann 2 bis 3 Personen, meist Frauen durch den Garten gingen, in leicht gebeugter Haltung, um etwa 1 m versetzt, den Blick starr nach unten, die Hände auf dem Rücken, in Trippelschritten über das Beet, Spur neben Spur. Anschließend wurde dann alles wieder glatt geharkt! Diese Tätigkeit, die zu einem sicheren Anwachsen, speziell der Zwiebeln notwendig ist, brachte uns Westerhäusern den Namen "Zippeltramper" ein.Erst in den letzten 50 Jahren wurde daraus dann der Begriff : "Zippelburn".Leicht empfindsame Naturen versuchten nun eine eleganteren Grund für den Namen zu finden. Sie meinten, daß die Feldflur ja so zerstückelt ist, daß jeder Bauer nur noch Zipfel bewirtschaftet.Das ist eine niedliche Wortspielerei, die im Hochdeutschen begründet ist. ImWesterhäuser Platt gibt es den Begriff "Acker- oder Gartenzippel" nicht, das war entweder "en klahner Schtriepm" oder "en Bleek" oder "en klahnes Schticke".Bleiben wir ruhig bei der Warheit, jeder Ort hatte seinen Spitznamen, wie auch die Ditfurter oder die Börnecker oder die Warnstedter. Der war mit Augenzwinkern zu verstehen und nie böse gemeint! Die damals gebräuchlichen Gartengeräte sind technologisch weit von den heutigen entfernt, aber trotzdem ganz interessant anzusehen. Eine übersichtliche Auswahl davon befindet sich in unserem Heimatmuseum. Die ortsansässigen Handwerker lebten davon, daß sie für jeden Bauern die Geräte so anfertigen konnten, wie er sie haben wollte, individuell, mit kurzem oder langen Stiel, aus speziellem Holz, aus speziellem Stahl, in gewünschter Form, eben so, wie es jeder benötigte. So wurde auch eine spezielle Form von Harken gebaut: die Westerhäuser Harke mit dem Stiel aus Weide, dem Querholz aus Buche und handgeschmiedeten, abgewinkelten, spitzen Zinken. Wenn diese Zinken abgenutzt waren, wurde sie als Saatharke zum Flachharken genutzt. Die Harke hielt normalerweise 20 - 30 Jahre bis zum Zerbrechen.



Verein für Heimatgeschichte und Naturschutz Westerhausen/Harz







Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player.